Der Weg in den Zauberwald  (II)
Wie Gabriele und Sven einen neuen Freund gewinnen
und wie sie das Feenzimmer mit dem gedeckten Tisch finden.

Sie befanden sich plötzlich auf einem runden  Platz,  in dessen  Mitte  ein Brunnen sprudelte.  Sein Plätschern  war  das einzige  Geräusch  außer ihren Schritten.  Sie tranken  von  dem Wasser, bespritzten sich die Augen und wuschen sich das Gesicht,  denn  ihnen  war wie in einem Traum.  Als Sven die  Augen  damit erfrischt hatte, sah er alles in einem eigenartigen Leuchten, so da Mauern, Steine und die Bäume darüber wie lebendig waren. Und seine Begleiterin erst! Sie leuchtete wie ein Kerzenschimmer! An ihrem Blick sah er,  da es ihr auch so ging.  Da knarrte hinter ihnen  die  Pforte des Hauses.  Der Domovoi kam ihnen nach!  Rasch  liefen  die beiden weiter.

Plötzlich knurrte etwas vor ihnen, Sven bekam einen Riesenschreck. Da ! - ein schwarzer Schatten löste sich aus einem Winkel,  sprang auf sie zu und stand nun vor ihnen.  Doch Gabriele lachte:  “Sven,  es ist eine Katze!“  Sie beugte sich zu dem Tier und  streichelte  es.  “Was machst  du denn hier?  Hast du dich auch verlaufen?“  ”I  au!  I au!“,  sagte die Katze melancholisch.  “Magst du denn nicht hier bleiben?“  fragte das Mädchen „Niii niii“ war die  Antwort.   Also nein? Aber das konnte doch nicht wahr sein - die Laute machten einen Sinn, als würde .... Konnten Katzen wirklich reden?  Sven standen die Haare zu Berge; war  er jetzt verrückt geworden?  Gabriele  sagte  gerade:  “Wie heißt du denn?“ „Fi au in“ „Also Fridolin“,  meinte das  Mädchen zufrieden.

Die  Katze  schnurrte zustimmend.  Demnach war  das Tier ein Kater. „Gu gru?“, fragte er die beiden und guckte fragend zu dem Jungen hin. „Du willst wissen wer wir sind? Ich bin Gabriele und das ist Sven.“ „Au au! “ sagte Fridolin. „Nein, Sven ist nicht böse, er ist nur ein  bisschen ängstlich“,  widersprach sie ihm,  “Jetzt komm  mit,  wir müssen weiter,  raus.“ „Rau sss“ echote Fridolin.  Und die  drei liefen die gewundene Gasse hinauf,  bis sie nach kurzer Zeit auf freies Feld kamen.

Sie gingen und gingen und wurden immer müder.  Da schimmerte  am Waldrand  zwischen alten Erlenbäumen ein Licht.  Sie  erreichten eine kleine Scheune.  Die Tür war offen.  Im Kerzenschein sahen sie  einen gedeckter Tisch.  Auf einem weißen Tischtuch  standen Brot und  Wein,  ebenso ein Krug mit  köstlichem  Wasser.  Sie tranken  vorsichtig ein wenig Wein und Wasser,  aßen  ein  wenig Brot.  “I au“ rief Fridolin und bekam einen  gebührenden  Anteil, wofür er sich mit einem zufriedenen Schnurren bedankte.  Sven  zerbrach sich den Kopf,  was das Licht und  die  Mahlzeit bedeuten  solle.  Gabriele sagte,  “das ist doch einfach. Da sind die Feen eingeladen.  Einmal im Jahr decken manche Leute noch einen Tisch für die Feen, wie in alter Zeit, damit das Glück im Haus einkehrt für das nächste Jahr.  Aber  wir dürfen  uns  davon ruhig ein wenig nehmen,  denn wir  müssen  ja  etwas essen.“ Nachdem  sie von der Feenspeise gegessen und vom Wein  getrunken hatten, fühlten sie sich wieder vollkommen frisch.
Sie liefen weiter und kamen immer tiefer in den Wald hinein.
An einer Weggabelung bog von der Straße ein alter Weg ab, fast völlig zugewachsen, aber die Steinplatten leuchteten in einem merkwürdigen Licht; die Bäume ringsum bewegten sich,  flüsterten und rauschten  und es wurde ihnen eigenartig zumute. Sven  sagte: "komm  wir  gehen wieder auf den Hauptweg  zurück."  Ihm war jetzt richtig unheimlich. Gabriele  gab zögernd nach und sie verließen den alten Weg wieder.  weiter


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