Der Weg in den Zauberwald
Märchen und Jeux -Stücke zu den Jahresfesten


 

 
II. Kapitel 

Wie die junge Frau in die Einöde kommt, wie sie erfährt, 
daß das Land verwünscht wurde
und die wilden Hunde zähmt. 


 
Und als sie wieder auf dem Weg nach Haus war und sich bedachte und zu sich sprach: Was wird mein Vater nun zu mir sagen, da wurde sie sehr betrübt. Indem sie aber weiterschritt, gelangte sie zu einem großen dunklen Walde, in den nur schmale Wege hineinführten, die schon lang nicht mehr begangen worden waren.  Und die Leute warnten sie und sprachen zu ihr: “Es ist nicht recht, daß eine junge Frau von eurer Schönheit sich in diesen gefährlichen Wald begibt. Denn dort sind die wilden Hunde, die zu Zeiten einen Menschen anfallen und zerreißen, die Frösche, welche die Wanderer in den Sumpf locken und mancherlei andere Gefahren, von denen wir nicht zu sagen wissen. Denn noch niemals kehrte jemand aus diesem Walde zurück.“

Die junge Frau aber sprach mutig: “Ich werde schon Rat finden in diesem Walde.“ Sie wanderte nun fort und gelangte immer tiefer in den Wald. Und als sie nicht mehr weiter wusste im tiefen Dickicht, da setzten sich die Vögel über ihr auf die Äste und sangen und sprachen: “Schöne Grafentochter, willkommen im Wiesengrund.“ „Wie kann das sein, daß dieses schreckliche Einöde ein Wiesengrund heißt,“ fragte die Wanderin. „Weil sie verwunschen ist seit langer Zeit.,“  sangen die Vögel.
„Such die Ruinen im Wald und erlöse die Wesen dort.  aber gib acht auf die wilden bellenden Hunde, die dort ihr Unwesen treiben.“

Sie bahnte sich ihren Weg durch das Gehölz und fand in der Mitte des Waldes die Ruinenstätte. Aus einem alten Gewölbe neben der Kapelle erscholl schrecklicher Lärm. Sie nahm etwas von ihrer kargen Wegzehrung und stieg die zerfallene Treppen hinab. Als sie eintrat, bellten die Hunde sie jedoch nicht an, wedelten ganz freundlich um sie herum, fraßen was sie ihnen hinsetzte und krümmten ihr kein Härchen. Die Frau fragte: “Warum seid ihr hier eingesperrt?“ „Weil der Wald verwünscht worden ist,“ entgegneten sie, „sind wir aus guten Wächtern zu Ungeheuern geworden. Geh aber hin und räume den Eingang zur Kapelle frei und entzünde heute Nacht ein Licht darin.“  weiter




 
 
zum Anfang dieser Seite

zur Startseite

zur Inhaltsübersicht

HOME TUJA HELLER

aktualisiert am 13.10.01

Copyright , Bildnachweis