Der Weg in den Zauberwald
Märchen und Jeux -Stücke zu den Jahresfesten
III. Kapitel
Wie die schöne Grafentochter das Licht
in die Kapelle trägt und wie sie
den Wald erlöst und weiterzieht. Den ganzen nächsten Tag säuberte sie die verfallene Pforte und den Zugang zur Kapelle, welche von Dornengestrüpp zugewachsen waren. Und als des Nachts das Licht in die Kapelle trug, warf es seinen Schein so weit, dass es alle sehen konnten. Sogar die Menschen vor dem Walde erblickten es. Sie vernahmen auch kein wildes Gebell mehr, sondern den lieblichen Gesang der Nachtigallen. Und die Hunde trotteten tags freundlich neben der Frau einher und sie bewachten des nachts ihren Schlaf.Das Mädchen aber sprach zu sich: „Nun ist der Wald erlöst von den wilden Hunden, doch wer wird neben diesem gefährlichen Sumpf wohnen wollen?“ Da quakten die Frösche aus dem Wasser zu ihr: Hebe die Steine aus dem Bach, dass sein Wasser wieder frei fließt und wir wieder ein fröhliches Leben haben.“ Und sie begann mühselig die schweren Steine aus dem Bach zu schleppen und trug sie beiseite. Der Bach aber begann sogleich munter zu fließen und führte das faulige Gewässer mit sich fort und über kurz begannen die Wiesen zu blühen.
Und nach vielen Tagen kam sie zu jedermanns Erstaunen gesund und unversehrt wieder zum Wald heraus und sagte zu den Leuten, die vor dem Walde wohnten: “Die Tiere haben mir in ihrer Sprache offenbart, dass dieser Wald verwünscht war und wie die Erlösung geschehen müsste, das habe ich ebenfalls aus ihren Reden vernommen.“ Da freuten sich alle, die zuhörten. Und etliche kamen und nahmen Wohnung auf dem schönen Wiesengrunde und aus den Mauertrümmern entstand eine neue Heimat.
So lebten sie viele Jahre miteinander in Glück und Frieden. Eines Morgens trat die Meisterin der Tiere aus ihrem Haus und sah zwei Tauben, eine schwarze, eine weiße, heranfliegen. Die sprachen zu ihr: „Mach dich nun auf. Du hast noch ein Stück Weg vor dir. Andre Wesen brauchen dich, und es gibt für dich neue Sprachen zu lernen.“ So wanderte sie dahin und war frohen Mutes und die Vöglein saßen auf ihren Schultern und sagten ihr alles ins Ohr.
zum Anfang dieser Seite zur Inhaltsübersicht aktualisiert am 13.10.01