DER BLAUE VOGEL
Teil IV:
Sonnenmann, Sternenfrau Der Weg in den Zauberwald, Märchen
und Jeux -Stücke
Am nächsten Morgen wurde sie von einem Sonnenstrahl wachgekitzelt. „Ich bin ein Strahl vom Licht“, lächelte er, “ich komme von der Sonne her!“ “Freu‘ dich, tanze mit mir, ich führe dich zum Sonnenhaus.“ Da überlegte das Mädchen nicht lange und ehe sie sich‘s versah, stand sie vor einem golden glänzenden Haus. Aus der Tür trat ein stattlicher Mann, der einen leuchtenden Glanz um sich hatte.
Auf der Stirne trug er eine goldene Sonne. „Lieber Sonnenmann“, fragte sie, “hast du mein blaues Vöglein gesehen“. „Ja, ich habe es gesehen, es ist zum Haus der Sternenfrau geflogen. Hier hast du eine goldene Nuss. Darin ist ein goldenes Kleid. Aber öffne es nur in der größten Not. Das Mädchen bedankte sich und wanderte unverdrossen weiter. Und die Liebe und die Sehnsucht blieben treu an ihrer Seite. Endlich, als schon fast sieben Jahre vergangen waren, kam sie zum Sternenhaus, das schimmerte im Nachtdunkel wie 1000 funkelnde Himmelslichter. Aus der Türe trat eine Frau, die hatte ein Gewand an, das leuchtete wie lauter Edelsteine und auf der Stirne trug sie einen goldenen Stern. Sie war umgeben von vielen kleinen Sternenkindern, die kamen liebevoll auf sie zu:
„Ich weiß, was du suchst, sagte die Sternenfrau, „ und weil die Sehnsucht und die Liebe immer bei dir geblieben sind auf deinem langen, schweren Weg, kannst du dein blaues Vöglein erlösen. Aber du musst dich beeilen, in wenigen Tagen will die böse Zauberin deinen Königssohn heiraten. Hier hast du noch ein goldenes Ei das dir bei deinem Erlösungswerk helfen wird.“
Und sie rief eine kleine Sternschnuppe, die trug das Mädchen im Nu zu dem fernen Reich der Zauberin.
zum Anfang dieser Seite zur Inhaltsübersicht aktualisiert am 13.10.01