DER BLAUE VOGEL
Teil V:
Die erkaufte Nacht Der Weg in den Zauberwald, Märchen
und Jeux -Stücke
Vor ihrem großen Haus setzte die Schnuppe sie ab. Am Morgen nun brach das Mädchen in seiner Not die Nuss auf, die ihr die Mondfrau geschenkt hatte zog das silberne Gewand an und tanzte vor dem Fenster der Zauberin hin und her. Als die blitzenden Silberstrahlen in ihr Zimmer fielen, lief die Zauberin ans Fenster. „Das soll und muss mein Brautstaat werden“, rief sie und fragte das schöne Mädchen nach dem Preis. „Für eine Nacht im Zimmer des Bräutigams würde ich es hergeben“, antwortete es.
Die falsche Braut willigte ein. Aber sie gab dem Bräutigam am Abend einen starken Schaftrunk. Als nun das arme Mädchen in das Zimmer kam, setzte es sich an sein Bett, weinte und rief:“ Ich bin zu Mond, Sonne und Sternen gestiegen, eine Sternschnuppe hat mich zu dir getragen. Ich bin gekommen, um dich zu erlösen.“ Aber so laut sie auch rief und weinte, der Königssohn schlief so fest, daß er nichts hörte.
Am nächsten Tag brach die Unglückliche die zweite Nuss auf, zog das goldene Kleid an und tanzte wieder vor dem Fenster der Zauberin hin und her.
Als diese das Mädchen in dem herrlichen Kleid tanzen sah, meinte sie, das müsste ihr Hochzeitskleid sein, denn es war noch viel schöner als das silberne. Das Mädchen wollte es geben für eine zweite Nacht. Die falsche Braut lachte und willigte sofort ein, schüttete wieder einen Schlaftrunk in den Wein des Bräutigams und wusste, daß er das Mädchen nicht hören würde.
zum Anfang dieser Seite zur Inhaltsübersicht aktualisiert am 13.10.01