DER BLAUE VOGEL
Teil II: 
Die Hinterlist 
Der Weg in den Zauberwald, Märchen
und Jeux -Stücke




Es ging ihr so gut wie noch nie, niemand verleumdete sie, niemand schlug sie, und wenn sie sich etwas wünschte, stand es vor ihr.
Eines Abends nun flatterte der Vogel aufgeregt zum Fenster herein. „Ich habe deine Schwester im Wald gesehen. Sie will dich zurückholen, denn sie muss jetzt all deine Arbeit selbst tun. Ich fürchte, unser glückliches Leben ist bald vorbei.“ Als die Schwester das Haus erreichte, ging sie nicht hinein, sondern schaute durchs Fenster. Da sah sie die herrlichsten Speisen auf dem Tisch, den wunderschönen Königssohn und ihre Schwester in Glück und Freude. Die Böse wurde gelb und grün vor Neid.
Da nun der Vollmond am Himmel stand, lief sie noch in derselben Nacht nach Hause zurück und berichtete, was sie gesehen hatte.  Am nächsten Abend schlich sie wieder um das Waldhaus herum, erspähte den Durchschlupf des Vogels und sah durchs Fenster seiner Verwandlung zu.
Bald danach machten sich Mutter und Tochter auf den Weg zum Haus im Wald. Sie fragten das Mädchen, warum es nicht nach Hause gekommen sei. Aber es durfte ja mit keinem Menschen sprechen und schwieg. Da schlugen sie es und zerrten es aus dem Haus und dem Wald heraus.
Die Schwester aber steckte heimlich ein Messer in das Loch im Fenster. Als nun abends der Vogel nach Hause kam, schnitt er sich daran und flog blutend davon.
Die Unglückliche tat nun wieder alle Arbeit. Aber nicht lange danach lief sie in den Wald, m nach dem blauen Vogel zu sehen. Wie erschrak sie, als sie das Fenster voll Blut fand. Sie suchte und suchte nach ihrem blauen Vogel. Da war es ihr als hörte sie in weiter Ferne sein Lied. Sie machte sich auf den Weg und wanderte eine lange, lange Zeit und ihre Sehnsucht und die Liebe gingen mit ihr. Eines Tages, als sie sich müde und traurig auf einen übemoosten Stein setzte, erblickte sie auf einmal viele kleine Männlein, die sie neugierig betrachteten und dann miteinander tuschelten: „Armes Menschenkind ist so traurig, hat Herzeleid, Kobolde wollen helfen! Ja, ja, ja hm, hm, hm soll mit uns tanzen armes Menschenkind, dann wird es wieder fröhlich!  ja, ja, ja   hm, hm, hm“ und sie wackelten und nickten mit ihren Köpfen und klatschten in die Hände. Sie fassten sich an den Händen, hüpften und tanzten und das Mädchen vergaß ihre Traurigkeit und tanzte lachend mit den Männlein auf der grünen Waldwiese. Gestärkt und froh ging sie weiter.

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aktualisiert am 13.10.01

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