Der Weg in den Zauberwald (VI)
Wie die drei Freunde aus dem Zauberwald nach Haus gelangten
und wie ein neuer Stern erstrahlt.

Nach dem Abschied liefen die  beiden den Berg hinab,  fanden den  eigenartigen leuchtenden  Weg wieder  und eilten auf den Steinplatten durch den Wald,  wo  sie den Kobolden und Elfen begegnet waren, Sie sahen die Scheune von weitem, dann hallten ihre  Schritte über  das  Pflaster der alten Gassen,  bis sie das  Haus  wieder fanden,  aus dem sie gekommen waren. Vorsichtig öffneten sie die Türe. Unten war alles still. Sie schlichen die Treppe hinab und Sven, der sich inzwischen mutiger fühlte als zu Beginn des  Abenteuers, machte die Tür auf und ging einfach hinein. Der Raum war verlassen, die Kerzen brannten aber immer noch und ein feiner, Geruch von Tannenzweigen und Gewürzen durchzog das Zimmer. Von nebenan hörten sie ein leises, schönes Singen.

Sven wollte die Tür dorthin öffnen, doch Gabriele wehrte ihm: “Ein andermal, Sven. Für dieses Mal waren wir genug unterwegs....“ Sie durchquerten den Kellerteil, der bereits wieder zur „normalen Welt“ gehörte, stiegen hinauf und fanden das Haus still und dunkel. Alle schliefen; die Gäste waren längst gegangen.

Sven wollte sich ebenfalls verabschieden, doch Gabriele schüttelte den Kopf. “Wenn du mein Ritter bist, dann bleib da. Wir werden ein paar Decken auf den Boden legen. wir müssen vieles nun anders machen wie vorher.  Etwas Neues ist geboren worden, wie es jedes Jahr um diese Zeit geschieht. Doch wenige nur bemerken es. Wir haben dies erfahren dürfen und sind damit reich beschenkt. Komm, lass uns ans Fenster stehen und ein wenig in den Winterhimmel schauen...
Hörst du?“

Tatsächlich,  man konnte es auch hier oben im ersten Stock hören, der Domovoi sang mit einer klangvollen, schönen Stimme, die im ganzen Haus vernehmlich war. Am Nachthimmel strahlte ein auffallend klarer Stern.
Sven war mit einem Mal bewusst, daß alles anders war als je zuvor. Jetzt würde er etwas zu Gabriele sagen müssen, aber was ? Da erklang draußen ein leises „Mi au“ Das Mädchen lachte und öffnete den Fensterflügel.
Mit einem eleganten Satz sprang Fridolin auf die Fensterbank, zierte sich ein wenig, als wüsste er nicht genau, ob er herein kommen sollte und sprang dann ins Zimmer. Sven legte den Arm um Gabriele einfach so, ohne etwas zu sagen und spürte, daß es so schön und richtig war.

zur Nachbesinnung


zum Anfang dieser Seite

zur Startseite

zur Inhaltsübersicht

HOME TUJA HELLER

Bild- und Textnachweis

Copyright