Der Weg in den ZauberwaldDer Spielverlauf
Rollen, Verkleidungen, Verlauf
Das Stück muss um einiges gekürzt werden, um eine praktisch durchführbare Jeux- Handlung ohne allzu große Längen zu ergeben. Bei unserem Seminar wurden vor allem etliche Anfangselemente weggelassen; auch der Schluß läßt sich gut kürzen; die Verabschiedung von den Elfen z.B. ist ein gutes Abschlußmoment.
Die erste Gesprächsrunde ergab, daß die Geschichte gerade wegen der Jahreszeit (Silvester = Übergang zwischen den Jahren) als besonders aktuell empfunden wurde und daß begeisterte Nachfrage nach einer Spielrunde bestand.
Relativ rasch waren die zahlreichen Nebenfiguren gefunden, vor allem die Kobold- Rollen erwiesen sich als sehr attraktiv. Auch die Windsbraut und das Elfenfest mit zahlreichen TeilnehmerInnen fanden sich rasch ein. Als Problem erwies sich die Besetzung der Hauptfigur, Gabriele, welche von einem Teilnehmer gespielt wurde, da niemand sonst in diese Rolle schlüpfen wollte. Der Kater als guter Begleiter war rasch zur Stelle und auch die Rolle des Sven war bald besetzt.
Die Vorbereitung war als solche bereits sehr spannend, mit vielen schönen Details wurde der Wald und das Elfenschloß errichtet und das Koboldlager um einen großen Suppentopf aus der Küche des Seminarhauses herum gruppiert.Mit dem Beginn des Spiels, dem Betreten des Waldes entstand eine ziemlich spannende Spielhandlung, welche sich in der Selbstbehauptung der drei Freunde gegenüber der Koboldmacht, aber auch im Gegensatz der beiden Welten - Koboldlager und Elfenschloß - ausdrückte. Die drei Freunde empfanden sich während des ganzen Spiels als recht starke Gruppe - es tat ihnen gut, einen solchen Zusammenhalt zu spüren. Es gab aber auch eine Art innere Verbindung zu allen Wesen des Zauberwaldes, letztlich war sogar die aufdringliche Kumpanei der Kobolde.
Überraschend für alle Teilnehmer der Spielrunde war eine gewisse Eskalation der Koboldhaftigkeit. Die Strophen des Koboldtanzes, von Matthias frech und kraftvoll gesungen und am Klavier mit schrägem Schwung interpretiert, gaben dem ganzen Spielgeschehen einen echten Höhepunkt. Auch die ekelhafte Koboldsuppe wurde mit großer Begeisterung "gekostet" und umgerührt. Aber sogar jene Mitglieder der Gruppe, die nicht in der Runde mitspielten, waren streckenweise beängstigt von der massiven Freude der Kobolde am Unheimlichen und am Angstmachen.
Dieser Punkt wurde im Anschluß an die Spielhandlung ausführlich bearbeitet. Die hieraus gewonnene Erfahrung war die, daß wir die in uns wohnenden "chtonischen" erdhaften, dunklen Aspekte normalerweise sehr wenig ausdrücken können; daß sie, wenn sie aber einmal an die Oberfläche kommen, sehr massiv, beängstigend, aber auch kraftvoll wirken.
Ein positives Ergebnis war der "Koboldtanz", der an den folgenden Seminartagen immer wieder gern getanzt wurde, und bei dem stets jene eigentümliche Erfahrung von Kraft und Erdverbundenheit zu spüren war.
zum Anfang dieser Seite zur Inhaltsübersicht aktualisiert am 03.08.02