Der Weg in den Zauberwald
Märchen und Jeux -Stücke zu den Jahresfesten
DIE DREI SPRACHEN
I. Wie die Grafentochter in die Welt hinauszog
und die drei Sprachen der Tiere erlernte
Es war einmal ein reicher Graf, der hatte eine Tochter. Da er sie liebte, wollte er ihr zum 18. Geburtstag etwas besonders Schönes schenken und fragte sie nach ihrem Herzenswunsch. „Vater, ich möchte gerne in die Welt reisen und eine neue Sprache erlernen.“„Welch ein seltsamer Wunsch für eine Frau, warum wünschst Du Dir kein Kleid oder Schmuck?“ Doch die Tochter blieb bei ihrem Wunsch.
So ließ er sie schließlich nach längerem Zögern ziehen. Und sie wanderte eine Zeit und kam in ein fremdes Land,und in eine fremde Stadt. Dort suchte sie nach einem Meister, der ihr eine neue Sprache beibringen könnte. Sie klopfte an dieser Türe und sie klopfte an jener Türe, bis sie endlich den richtigen Meister gefunden hatte.
Nach einem Jahr kehrte sie zu ihrem Vater zurück. Der schloß sie voller Freude in seine Arme und fragte sie, was sie denn gelernt habe. „Ich habe die Sprache der bellenden Hunde gelernt.“ „Die was? „fragte der Vater sprachlos vor Erstaunen und Ärger. „Ist das alles, was du gelernt hast?“ „Das ist nicht alles, aber es ist viel, antwortete seine Tochter. Der Vater schüttelte verständnislos den Kopf, aber er war froh seine Tochter wiederzuhaben. Doch schon nach kurzer Zeit bat sie ihn wiederum. „Vater, ich möchte noch eine Sprache erlernen, laß mich weiterziehen.“
Nach langem Zögern ließ sie der Vater gehen.
Und sie kam in ein fremdes Land und in eine fremde Stadt. Sie klopfte an diese Türe und klopfte an jene Türe - Schließlich fand sie den richtigen Meister und blieb bei ihm ein Jahr. Nach dieser Zeit kehrte sie wieder zu ihrem Vater zurück. Der freute sich sie zu sehen, meinte jedoch gleich: „Hoffentlich hast du dieses Mal eine gescheite Sprache gelernt.“ Sie wollte ihm zuerst keine Auskunft geben, doch er drang in sie und so sagte sie schließlich: „ich habe die Sprache der quakenden Frösche gelernt.“
Der Vater glaubte zunächst, sich verhört zu haben, schüttelte verständnislos den Kopf und wandte sich ärgerlich ab.
Wieder verging eine Zeit, da fragte sie ihn ein drittes Mal: Vater, ich möchte gerne noch eine Sprache lernen. "Nun gut, meinte der, aber wenn du wieder nichts Gescheites lernst, haben wir nichts mehr miteinander zu tun." Sie wanderte eine lange Zeit und kam in ein fremdes Land und in eine fremde Stadt. Sie klopfte an dieser Türe und an jener Türe, bis sie schließlich die richtige Meisterin fand, bei der sie so lange blieb, bis sie die Sprache der Vögel verstehen konnte.
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zum Anfang dieser Seite zur Inhaltsübersicht aktualisiert am 13.10.01